Warum früh starten so wichtig ist
Zeit ist beim Sparen dein größter Verbündeter. Das liegt am Zinseszinseffekt: Deine Erträge werden reinvestiert und erwirtschaften selbst wieder Erträge. Klingt simpel – ist aber mächtig.
Ein Beispiel: Wer mit 20 Jahren monatlich 50 Euro anlegt und eine durchschnittliche Rendite von 7 % pro Jahr erzielt, hat mit 60 Jahren rund 130.000 Euro angespart. Wer erst mit 30 startet, kommt auf etwa 60.000 Euro. Der Unterschied? Zehn Jahre Vorsprung.
Du musst also kein hohes Gehalt haben. Du musst einfach anfangen. Und zwar jetzt.
Übrigens: Wer noch keine Kreditkarte hat oder gerade seine erste beantragt, sollte sich unseren Anfänger-Guide zur ersten Kreditkarte ansehen. Denn auch das richtige Zahlungsmittel gehört zu einem soliden Finanzfundament.
Die richtigen Produkte für Anfänger
Als Anfänger stehst du vor einer riesigen Auswahl. Tagesgeld, ETF-Sparplan, Aktien, Krypto – wo fängt man an? Hier ein ehrlicher Überblick.
Tagesgeldkonto
Das Tagesgeldkonto ist der sichere Startpunkt. Dein Geld ist flexibel verfügbar und du bekommst aktuell wieder ordentliche Zinsen. Ideal für deinen Notgroschen – mindestens drei Nettogehälter sollten hier liegen, bevor du investierst.
ETF-Sparplan
ETFs (Exchange Traded Funds) sind börsengehandelte Indexfonds. Sie bilden einen ganzen Markt ab – zum Beispiel die 1.600 größten Unternehmen weltweit. Du investierst also breit gestreut, ohne einzelne Aktien auswählen zu müssen.
Ein ETF-Sparplan ist schon ab 25 Euro im Monat möglich. Die Kosten sind gering, die Handhabung einfach. Für die meisten jungen Menschen ist das die beste Wahl für den langfristigen Vermögensaufbau.
Aktien
Einzelaktien sind riskanter. Sie können stark schwanken. Als Beimischung okay – als Basis für Anfänger eher nicht geeignet.
Krypto
Hohe Chancen, hohes Risiko. Wenn überhaupt, dann nur mit einem kleinen Teil deines Portfolios – und nur Geld, dessen Verlust du verschmerzen könntest.
Mehr zu passenden Finanzprodukten für deine Altersgruppe findest du in unserem Artikel über Geldanlage unter 30 im Überblick.
Sparplan erstellen: Schritt für Schritt
Einen Sparplan aufzusetzen ist einfacher als du denkst. Hier ist der Weg, den du gehen solltest.
- Finanzen analysieren: Was kommt rein, was geht raus? Erstelle eine einfache Übersicht deiner monatlichen Einnahmen und Ausgaben.
- Notgroschen aufbauen: Bevor du investierst, brauchst du ein Sicherheitsnetz. Drei bis sechs Nettogehälter auf dem Tagesgeldkonto.
- Sparbetrag festlegen: Wie viel kannst du monatlich entbehren? Auch 25 oder 50 Euro sind ein guter Start.
- Depot eröffnen: Bei einer Online-Bank oder einem Neobroker. Viele bieten kostenlose Depots an.
- ETF auswählen: Ein breit gestreuter Welt-ETF (z. B. auf den MSCI World oder FTSE All-World) reicht für den Anfang völlig aus.
- Sparplan einrichten: Monatliches Intervall wählen, Betrag festlegen, Dauerauftrag aktivieren.
- Dranbleiben: Nicht bei jedem Kursschwankung in Panik geraten. Langfristigkeit ist der Schlüssel.
Typische Fehler beim Vermögensaufbau vermeiden
Viele Anfänger machen dieselben Fehler. Hier sind die häufigsten – und wie du sie umgehst.
Fehler 1: Zu lange warten
„Ich fange an, wenn ich mehr verdiene." Dieser Satz kostet dich Tausende von Euro. Fang jetzt an, auch mit kleinen Beträgen.
Fehler 2: Kein Notgroschen
Wer kein Polster hat, muss im Notfall Anlagen verkaufen – vielleicht genau dann, wenn die Kurse im Keller sind. Bau zuerst deinen Notgroschen auf.
Fehler 3: Zu viel Risiko auf einmal
Krypto, Einzelaktien, gehebelte Produkte – das ist nichts für den Einstieg. Bleib bei einfachen, breit gestreuten ETFs.
Fehler 4: Sparplan pausieren bei Kursrückgängen
Sinkende Kurse sind für Sparplan-Anleger eigentlich gut. Du kaufst mehr Anteile für denselben Betrag. Das nennt sich Cost-Averaging-Effekt. Also: Sparplan laufen lassen, auch wenn es an der Börse turbulent wird.
Fehler 5: Kosten ignorieren
Hohe Gebühren fressen Rendite. Achte auf günstige ETFs (TER unter 0,3 %) und ein kostenloses Depot. Auch bei Kreditkarten lohnt sich der Blick auf versteckte Kosten – unser Artikel zu Kreditkartengebühren und versteckten Kosten hilft dir dabei.
Sparplan und Kreditkarte clever kombinieren
Was hat eine Kreditkarte mit Vermögensaufbau zu tun? Mehr als du denkst.
Wer eine Kreditkarte mit Cashback oder Bonusprogramm nutzt, bekommt einen Teil seiner Ausgaben zurück. Dieses Geld kannst du direkt in deinen Sparplan fließen lassen. Kleine Beträge, aber über ein Jahr summiert sich das.
Die Visa Karte bietet zum Beispiel ein attraktives Membership Rewards Programm. Punkte sammeln beim Alltag, Prämien einlösen – und den Sparplan trotzdem weiterlaufen lassen. Mehr dazu in unserem Artikel über Kreditkarten mit Bonusprogramm.
Wichtig dabei: Die Kreditkarte immer vollständig und pünktlich begleichen. Wer Zinsen zahlt, verliert mehr als er durch Cashback gewinnt. Wie Kreditkartenzinsen genau funktionieren, erklären wir in unserem Guide zu Kreditkarte Zinsen und Sollzins.
Außerdem lohnt sich ein Blick auf Kreditkarten mit Cashback – dort findest du einen direkten Vergleich der besten Rewards-Karten für junge Erwachsene.
Wer noch auf der Suche nach der passenden Karte ist, sollte sich auch unsere Übersicht der besten Kreditkarten unter 25 ansehen.
FAQ: Sparplan & Vermögensaufbau für Anfänger
Ab welchem Betrag lohnt sich ein Sparplan?
Ein Sparplan lohnt sich schon ab 25 Euro im Monat. Entscheidend ist nicht die Höhe des Betrags, sondern die Regelmäßigkeit. Durch den Zinseszinseffekt und den Cost-Averaging-Effekt wächst auch ein kleiner Sparplan über die Jahre zu einem beachtlichen Vermögen heran.
Welcher ETF eignet sich für Anfänger am besten?
Für Anfänger empfiehlt sich ein breit gestreuter Welt-ETF, zum Beispiel auf den MSCI World oder den FTSE All-World. Diese ETFs investieren in Hunderte bis Tausende Unternehmen weltweit und bieten damit eine gute Risikostreuung bei niedrigen Kosten (TER unter 0,3 %).
Wie viel sollte ich monatlich sparen?
Eine gängige Faustregel lautet: Spare mindestens 10–20 % deines Nettoeinkommens. Wenn das am Anfang nicht möglich ist, fang mit dem an, was du entbehren kannst – auch 25 oder 50 Euro sind besser als nichts. Wichtig ist, den Betrag mit steigendem Einkommen schrittweise zu erhöhen.
Ist ein Sparplan sicher?
ETF-Sparpläne unterliegen Kursschwankungen – das ist kein Fehler, sondern normal. Kurzfristig kann der Wert sinken. Langfristig haben breit gestreute Aktien-ETFs historisch jedoch immer positive Renditen erzielt. Wer einen Anlagehorizont von mindestens 10–15 Jahren hat, geht ein überschaubares Risiko ein.
Kann ich meinen Sparplan jederzeit pausieren oder kündigen?
Ja. ETF-Sparpläne sind flexibel. Du kannst den Betrag jederzeit anpassen, den Sparplan pausieren oder ganz stoppen. Deine bereits gekauften ETF-Anteile bleiben in deinem Depot und können jederzeit verkauft werden. Es gibt keine Mindestlaufzeit.
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